European Committe for Banking Standards

Die Einführung des Euros am 1. Januar 1999 als Einheitswährung innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion entzog den teilnehmenden Ländern die geldpolitische Kompetenz. Um alle Vorteile der Einheitswährung voll entfalten zu können, mussten langfristig auch die Barrieren im Bankensystem überwunden werden. Hierzu zählten vor allem der Auslandszahlungsverkehr, der nur unter größten Schwierigkeiten von Verbrauchern und Unternehmen durchgeführt werden konnte. Die unterschiedlichen Bankensysteme innerhalb der Europäischen Union behinderten den freien Zahlungsverkehr.

Das European Committe for Banking Standards (kurz: ECBS) wurde im Dezember 1992 von drei großen Vereinigungen der europäischen Kredit- und Finanzwirtschaft ins Leben gerufen. Dabei sollten die Interessen der Banken und Finanzinstitute aus den Ländern der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Europäischen Freihandelszone vertreten werden.

Vorrangiges Ziel des ECBS in den Jahren 1992 bis 2004 war der Aufbau und die Verbesserung der technischen Bankinfrastruktur in ganz Europa. Hierfür wurden einheitliche Standards unter Berücksichtigung der kommerziellen Interessen der Mitglieder entwickelt. Das ECBS zeigte sich für technische Reports und Implementationsrichtlinien der Standardisierungen verantwortlich. Gleichzeitig überwachte das ECBS verwandte Standards, auf deren Einfluss auf die Europäische Finanzwirtschaft, und wurde als Interessenvertretung aktiv.

So genannte Beobachter wirkten in technischen Ausschüssen und Arbeitsgruppen des ECBS mit. Dazu zählten die Europäische Zentralbank, die Hauptanbieter des Kartenwesens VISA und Mastercard, SWIFT und die EBA (Euro Banking Association). Das ECBS arbeitete außerdem mit dem ETSI (European Telecommunication Standards Institute) zusammen.

Größtes Ziel des ECBS war die automatische Informationsverarbeitung im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Dieses Ziel wurde mit Einführung der IBAN erreicht. Die IBAN ist ECBS- und ISO-Norm. Ein weltweit anerkannter Standard, aber das ECBS konnte zu deren Nutzung den Ländern keine zwingenden Vorgaben machen. Die Umsetzung oblag immer noch der Finanzwirtschaft in den jeweiligen Ländern.

Im Jahre 2004 vereinbarte das ECBS eine enge Zusammenarbeit mit dem European Payments Council (EPC, Europäischer Zahlungsverkehrsausschuss). Nach und nach übernahm der EPC einige Unterstützungsfunktionen und Arbeitsgruppen, so dass sich das ECBS 2006 aus den Aufgabengebieten des EPC zurückzog. Der EPC verfolgt nun als alleiniges, autorisiertes Gremium die Verwirklichung des einheitlichen Euro-Zahlungsraums. Die dazu notwendigen Standardisierungen und Neuerungen im Zahlungsverkehr sollen ohne staatliche Eingriffe, allein durch die Protagonisten der Finanzwirtschaft umgesetzt werden.

Der European Payments Council besteht seit 2002 als eine internationale Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht mit Sitz in Belgien. Die Mitglieder des EPC sind 74 Banken oder Bankenverbände aus 30 europäischen Ländern. Hauptziel des EPC ist die Einführung und Durchsetzung von SEPA (Single European Payments Area). Hierfür erarbeitet der EPC einheitliche, internationale Standards, die den Zahlungsverkehr in der Euro-Zone vereinfachen sollen.