Zusatzbeiträge gesetzlicher Krankenversicherungen sollen massiv steigen

Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des Kölner Instituts für Gesundheitsökonomie haben Kunden gesetzlicher Krankenversicherungen in Zukunft mit einer drastischen Erhöhung von Zusatzbeiträgen zu rechnen. Soll der durchschnittliche monatliche Zusatzbeitrag im Jahre 2012 noch moderate 21 Euro betragen, so ist im Folgejahr bereits mit einem Anstieg auf 33 Euro zu rechnen. Für das Jahr 2020 prognostizieren die Experten gar eine Erhöhung auf satte 120 Euro pro Person.

Grundlage der Berechnungen des unlängst vom heutigen SPD-Abgeordneten Karl Lauterbach geleiteten Instituts ist die Annahme, dass die Ausgaben der gesetzlichen Kassen im Jahresdurchschnitt um 4 Prozent steigen werden. Diese Einschätzung beruht auf statistischen Erhebungen der vergangenen Jahre, die sämtliche relevanten Indikatoren wie Inflation und einzubeziehende Gesetzesänderungen hinreichend berücksichtige.

Mitglieder der Bundesregierung gehen hinsichtlich der Ergebnisse der Studie nicht da kor und kritisieren vor allem jene mathematischen Größen, die zur Berechnung der potenziellen Finanzierungslücke herangezogen wurden. Ein Vertreter des Gesundheitsministeriums sprach in diesem Zusammenhang von unrealistischen Bemessungsgrundlagen, die „selbst mit Blick auf die Vergangenheit eine abwegige Größe” darstellen.

Ungeachtet der beschwichtigenden Haltung der Bundesregierung warnen neben Oppositionellen auch Offizielle des Deutschen Gewerkschaftsbundes vor akuten Nettolohnkürzungen, die mit weiterem Vorantreiben der Gesundheitsreform und damit stetig ansteigenden Zusatzbeiträgen einhergeht.