Verbraucherzentrale warnt vor Kostenfalle bei Bonus-Kreditkarten

Ob Amazon, TUI, OTTO, Lufthansa oder eBay – immer mehr große deutsche Unternehmen geben eigene Kreditkarten aus und versprechen Kunden lohnenswerten Mehrwert durch nützliche Zusatzleistungen.

 

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat diese sogenannten Co-Branding Kreditkarten jüngst unter die Lupe genommen und in einem stichprobenartigen Test auf Vorzüge und (versteckte) Mängel überprüft.

Fazit dieser Untersuchung: Vertragskonditionen und Kosten Nutzen Faktor der jeweiligen Karten sollten auf Grundlage der eigenen Bedürfnisse sorgfältig verglichen werden, um hohe Zusatzkosten zu vermeiden.

Die Verbraucherschützer haben vor allem die teilweise undurchsichtigen Vertragsbedingungen von elf Anbietern von Kreditkarten mit Zusatzleistungen hinsichtlich Kosten und versprochenem Nutzen für die Kunden überprüft.

In der Handhabung unterscheiden sich Bonus-Kreditkarten danach nicht von herkömmlichen Karten. Es können Bargeldabhebungen an Automaten ebenso vorgenommen werden wie das Bezahlen von Einkäufen an der Supermarktkasse. Enorme Unterschiede lassen sich dagegen in den angebotenen Zinssätzen feststellen. Werden Transaktionen aufgrund von Kreditkartenzahlungen zum Monatsende meist noch zinsfrei durchgeführt, fallen bei Ratenzahlungen des ausstehenden Betrages Zinsen von bis zu 13 Prozent an.

Ebenfalls kostspielig kann die Jahresgebühr der Bonus-Kreditkarten werden. Nur die wenigsten Anbieter kommen ohne jährliche Kontoführungsgebühren aus. Anbieterabhängig werden Jahresentgelte von bis zu 80 Euro für die Bereitstellung der Karte erhoben.

Um die zahlungskräftige Kundschaft wird beinahe ausnahmslos mit zahlreichen Prämien und satten Rabatten beim Wareneinkauf geworben. In der Realität fällt gemäß Testergebnis der finanzielle Vorteil durch Verwendung jener Karten eher gering aus. Prämien werden erst bei hohen Kartenumsätzen ausgegeben, Rabatte lediglich bei subventionierten und beworbenen Warengruppen gewährt.

Grundsätzlich rät die Verbraucherzentrale dazu, Vertragsbedingungen und Leistungen der einzelnen Anbieter genau zu vergleichen und warnt davor, Lockangeboten nicht leichtfertig zu verfallen.