Private Krankenversicherung - Worauf Sie beim Wechsel achten sollten

In der Regel können sie die PKV (Private Krankenversicherung) drei Monate zum Ablauf des Kalender- oder Versicherungsjahres kündigen. Für die ordentliche Kündigung ist jedoch die jeweilige Mindestversicherungsdauer einzuhalten.

Die Unternehmen der privaten Krankenversicherung (PKV) stehen miteinander im Wettbewerb. Das ist so gewollt, zum Nutzen der Versicherten. Denn jeder Wettbewerb fördert das Bemühen um Service und sinnvolle Tarifgestaltung für die Versicherten. Dennoch wird manchmal die Frage gestellt: Lohnt es sich für den privat Versicherten, innerhalb der PKV von einem Unternehmen zum anderen zu wechseln? In den meisten Fällen lohnt der Wechsel nicht. Die Regel ist, dass Versicherte ihr PKV-Unternehmen zum eigenen Schaden gewechselt haben. Ein Wechsel zwischen den Unternehmen der privaten Krankenversicherung sollte darum genau überlegt werden.

Grund: Der Versicherte hat einen individuellen Vertrag mit einer dauerhaften persönlichen Beziehung abgeschlossen. Je länger der Vertrag besteht, desto dauerhaftere Rechte erwirbt der Versicherte. Die sollte er nicht aufs Spiel setzen. So können Krankheiten, die während der Zugehörigkeit bei der bisherigen Versicherung aufgetreten sind oder beginnen, bevor der Vertrag bei der neuen Versicherungsgesellschaft einsetzt, zu risikoerheblichen Vorerkrankungen werden. Neben Gesundheitsstörungen und körperlichen Schäden müssen alle früheren Krankenhausaufenthalte und Heilbehandlungen der vergangenen Jahre dem neuen Unternehmen im Aufnahmeantrag angegeben werden. Das neu gewählte Unternehmen entscheidet dann,

  • ob es die Krankheiten zur Normalprämie in den Versicherungsschutz einschließen kann oder
  • ob es den Beitrag um einen erforderlichen Risikozuschlag erhöht oder
  • ob es eine Krankheit ausnahmsweise als nicht mehr neu versicherbar von der Leistungspflicht ausschließen muss.

Und auch das ist zu beachten: Mit der Vertragsdauer können tarifliche Leistungen zum Vorteil des Versicherten steigen.

Änderungen 2009 – Altersrückstellungen
Ab dem 01.01.2009 besteht für ein halbes Jahr die Möglichkeit, innerhalb der Privaten zu wechseln und einen Teil der Altersrückstellungen mitzunehmen. Das interne Verfahren bei der Gesellschaft ist so, dass von dem bisherigen Volltarif in den Basistarif innerhalb der gleichen Gesellschaft in den Basistarif unter Mitnahme der vollen Altersrückstellungen gewechselt wird. Knackpunkt ist, dass die Rückstellungen im Basistarif geringer sind, da nur die Anrechungsbeiträge in Höhe der Leistungen des Basistarifs zur neuen Gesellschaft mitgenommen werden können.

Bei der bisherigen Gesellschaft erhält man einen Anrechungsbeitrag über dem Anrechnungsbetrag des reinen Basistarifs, und nur der Anrechungsbeitrag des Basistarifs kann zu einer anderen Gesellschaft mitgenommen werden. Wenn dann bei der neuen Gesellschaft wieder ein Tarif mit höheren Leistungen als dem Basistarif abgeschlossen wird, werden die Anrechungsbeiträge nur in Höhe der Anrechungsbeiträge des Basistarifs angerechnet. Ab 2009 sollen nur noch Tarife im Neugeschäft angeboten werden, die die Mitnahme der Altersrückstellungen erlauben. Es ist damit zu rechnen, dass diese Beiträge höher sind, als die jetzigen Beiträge. Aus diesem Grund ist es nicht unbedingt ein Vorteil, ab 2009 zu wechseln.

Voraussetzungen für einen Wechsel
Voraussetzungen für einen Wechsel: Doch nur wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, kann von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung gewechselt werden. Beamte haben übrigens immer das Recht zu einer PKV zu wechseln. Auch Freiberufler können den Wechsel in die Privaten einfach durchführen. Oft können Freiberufler einen besonderen Tarif in Anspruch nehmen.

Bei Tariferhörungen darf jeder PKV-Kunde kündigen: Für Männer und Frauen gilt gleichermaßen: Die Private Krankenversicherung kann innerhalb von 4 Wochen außerordentlich gekündigt und gewechselt werden, sofern eine Beitragserhöhung stattgefunden hat. Ausnahme hierfür ist allerdings die zuvor beschriebene Tariferhöhung bei Männern, die durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) entstanden ist. Hier handelt es sich um gesetzlich vorgeschriebene Beitragsveränderungen, die daher nicht kündigungsrelevant sind. Ordentliche Kündigungen sind darüber hinaus immer 3 Monate vor Ablauf des Versicherungs- oder Kalenderjahres möglich.

Grundsätzlich ist die Rückkehr ausgeschlossen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen. Zum Beispiel können respektive müssen Sie wieder in die GKV wechseln, wenn Sie als Arbeitnehmer unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur Pflichtversicherung verdienen. Denkbar ist dieser Fall zum Beispiel bei einer künftigen Teilzeitbeschäftigung oder einer Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze. Auch Selbständige können unter gewissen Voraussetzungen wieder in die gesetzliche Kasse eintreten. Werden Sie als ehemaliger Selbständiger wieder als Arbeitnehmer verpflichtet, so greift automatisch die Versicherungspflicht bei der gesetzlichen Krankenkasse.

Privat Versicherte werden bei Arbeitslosigkeit automatisch gesetzlich krankenversichert. Voraussetzung: Es besteht Anspruch auf Arbeitslosengeld. Wer ein halbes Jahr gesetzlich versichert war, kann in der Krankenkasse bleiben oder zur privaten Versicherung zurückkehren. Der Vertrag bei der privaten Krankenversicherung kann während der Arbeitslosigkeit bis zu zwei Jahren beitragsfrei ruhen, die bis dahin angesparte Alterungsrückstellung bleibt erhalten. Tipp: Anwartschaftsversicherungen abschließen,