Ölpreis wegen Libyen-Krise weiterhin auf hohem Niveau

Die vergangenen Wochen waren von Unruhen und Katastrophen geprägt. Der „arabische Frühling“ führte zu Bürgerkriegs-Situationen in Libyen und Syrien, dazu kamen die Atomkatastrophe von Fukushima sowie die erhöhte Terror-Alarmstufe nach der Tötung des Terroristen-Führers Osama bin Laden.

 

Insbesondere die Unruhen in Libyen haben auf die internationalen Aktienmärkten deutliche Auswirkungen gehabt. Dass Libyen für die Wirtschaft bedeutsamer ist, liegt vor allem an zwei Faktoren: erstens ist Libyen einer der größten Erdöl-Lieferanten, und zweitens griffen hier die NATO-Mächte militärisch ein (wodurch auch die „westliche Welt“ involviert ist).

Den asiatischen Märkten zum Beispiel haben diese Unruhen sehr geschadet, diese mussten ein herbes Minus hinnehmen. Der Ölpreis stieg wegen der Sorge, dass durch die Probleme in Libyen Lieferengpässe zu erwarten seien, weiter an. Obwohl sich diese Sorge zumindest kurzfristig nicht bestätigt hat, bleibt der Ölpreis auf einem stark erhöhten Niveau – auch wenn er in den letzten Tagen etwas nachgelassen hat.

Die Anleger flüchteten sich in Gold und Silber und ließen beide Edelmetalle zum höchsten Stand in der Geschichte seit 1980 klettern. Erst in den letzten Tagen sackte der Goldpreis bedingt durch einen gestiegenen Dollarkurs kurz ein, zumal es Spekulationen über einen Verkauf von Portugals Goldreserven gab.

Die Auswirkungen der Libyen-Krise lassen sich auch an den Aktienmärkten gut nachvollziehen. Der Nikkei Index beendete beispielsweise die Geschäfte am Anfang der Krise (schon vor der Atomkatastrophe) mit einem großen Minus. Auch bei den anderen Aktien-Indizes zeigte sich ein ähnliches Bild. Zu Beginn der Unruhen gab es sinkende Kurse (u.a. weil viele Unternehmen durch steigende Ölpreise belastet werden), mittlerweile hat aber eine Erholung eingesetzt und der Trend zeigt wieder nach oben.

Die Analysten bestätigten, dass sich die Unruhen und instabile politische Situation in Libyen nicht gravierend auf die Gewinne auswirkten, nur einzelne Unternehmen sind unmittelbar betroffen. Auf lange Sicht gesehen kann sich aber der gestiegene Ölpreis jedoch auf das Kaufverhalten auswirken, weil Konsumgüter natürlich teurer würden. Dies könnte in den industrialisierten Ländern zu einer Inflationsspirale führen und Inflationsängste auslösen.