Gesetzliches Krankengeld nicht ausreichend

Schließen sie mit einer Krankentagegeld Versicherung die Lücke zwischen dem gezahlten Krankengeld und ihrem tatsächlichem Einkommen, um ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.
Krankegeld nicht ausreichend
Mit der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber ist in der Regel nach 42 Tagen Schluss. Danach gibt's Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei kann eine Einkommenslücke von rund 20 Prozent entstehen. Da der von der gesetzlichen Krankenkasse angerechnete Monatsverdienst durch die Versicherungspflichtgrenze begrenzt ist, kann dieser Prozentsatz für freiwillig Versicherte noch viel höher liegen. Den entsprechenden Einkommensausfall kann man mit einer privaten Krankentagegeldversicherung abdecken.

Besonders wichtig ist diese Zusatzversicherung für Selbständige. Denn ab 1. Januar 2009 werden sie keinen Anspruch auf Krankengeld über ihre gesetzliche Krankenversicherung mehr haben. Sie müssen selber vorsorgen: entweder durch einen Wahltarif Krankengel bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse oder eine private Zusatzversicherung.

Zwar führt der Gesetzgeber das Krankengeld für gesetzlich versicherte Selbständige und Freiberufler zum 1. August 2009 wieder ein. Aber das Krankengeld wird erst ab der 7.Krankenwoche (42.Krankentag) gezahlt. Es entsteht Ihnen bis zu diesem Zeitpunkt für die vorherige Krankenphase eine Versorgungslücke.

Arbeitnehmer können ein Tagegeld nach Ende der Lohnfortzahlung vereinbaren, Selbständige schon vom vierten Tag der Krankheit an. Das Krankentagegeld darf nicht höher sein als der Nettoverdienst plus Abgaben für die gesetzliche Rentenversicherung. Im Antrag sollten die Sozialabgaben extra aufgeführt werden, damit sich der Versicherer im Schadensfall nicht auf das Bereicherungsverbot beruft und die Zahlung kürzt.

Je später die Zahlung beginnt, desto günstiger ist der Beitrag. Deshalb lohnt es sich vor allem für Selbständige, Karenzzeiten bis zum Beginn der Zahlungen zu vereinbaren. Günstig ist auch, die Zahlungen zu staffeln, also für die ersten Wochen nur einen niedrigen Betrag zu vereinbaren. Kein Krankentagegeld gibt es bei einigen Gesellschaften z. B. bei Schwangerschaften und Entziehungskuren. Tipp: Auf die Leistungsausschlüsse achten, Zahlungen staffeln oder erst möglichst spät beginnen lassen.

Wichtig ist: Krankentagegeld wird nur bis zur Höhe der nachgewiesenen Einkommensverluste geleistet. Deshalb lohnt sich für Arbeitnehmer in jedem Fall eine zusätzliche Versicherung erst ab der siebten Krankheitswoche. Wer nicht Erwerbstätig ist oder durch seine Erwerbstätigkeit kein Einkommen erzielt, geht leer aus.

Auch Selbständige sollten das Tagegeld nicht vom ersten Tag der Krankheit an vereinbaren. Das ist viel zu teuer. Es kann sich lohnen, das Tagegeld zu staffeln: 150 Euro ab der vierten Woche der Krankheit, 200 Euro ab der siebten Woche. Je länger die Karenzzeit, umso niedriger der Beitrag.

Die Krankentagegeldversicherung muss nicht bei der Gesellschaft abgeschlossen werden, bei der man krankenversichert ist. Oft bringt eine Trennung der Verträge sogar Einsparungen bei den Beiträgen.

Die Erhöhung des Krankentagegeldes

Nach einer Gehaltserhöhung kann es sinnvoll sein, das Krankentagegeld an das gestiegene Einkommen anzupassen. Bei einigen Versicherern ist eine Anpassung problemlos nur bis zu zwei Monaten nach der Gehaltserhöhung möglich.

Häufig verlangen die Versicherer eine Risikoprüfung und nehmen einen Risikozuschlag, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert.

Es lohnt sich aber nicht, Vollversicherung und Krankentagegeld bei zwei Gesellschaften abzuschließen. Denn die Krankentagegeldversicherer verzichten nur dann auf ihr ordentliches Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren, wenn gleichzeitig eine Vollversicherung bei der Gesellschaft besteht. Daher Fristen beachten, Tagegeldanpassung auf Probe beantragen.